Appenzeller Ziegen-Bestand

In der Schweiz gibt es heute rund 80'000 Ziegen, die von 7'000 Besitzern gehalten werden. Gut ein Drittel der Ziegen ist im offizellen Herdebuch des Schweizerischen Ziegenzuchtverbands (SZZV) eingetragen. Das Herdebuch enthält nur Zuchttiere, die ein bestimmtes Mindestalter erreicht haben und die geprüftermassen die typischen Merkmale ihrer Rassen aufweisen.
Einige Rassen gelten als gefährdet. Eine Gefährdung der Rasse wird angenommen, wenn weniger als 1000 weibliche Zuchttiere im Herdebuch eingetragen sind oder die Rasse einen erhöhten Inzuchtgrad aufweist. Die Appenzellerziege wird den gefährdeten Ziegenrassen zugeordnet. Sie macht lediglich knapp 5 Prozent des gesamten Herdebuchbestandes aus.

Herdebuchbestand in den Jahren 1936-2017

Der Herdebuchbestand der Appenzeller Ziegen hat sich in den letzten Jahrzehnten positiv entwickelt: Wie untenstehende Grafik zeigt, hat sich die Zahl der eingetragenen Appenzellerziegen seit 1936 mehr als verdreifacht und seit 1977 verdoppelt hat. Infolge einer administrativen Bereinigung des Herdebuches ergab sich im Jahre 2015 ein starker Rückgang der Herdebuchtiere. Der Herdebuchbestand aller Rassen sank um rund 25 Prozent. Davon betroffen sind auch die Zahlen der Appenzellerziegen. In den letzten Jahren bliebt die Zahl weitgehend stabil. Im Herdebuch waren per 1. Juni 2017 insgesamt 1199 Tiere (91 M, 1008 F) eingetragen.

Die Herdebuchstelle erstellt jährlich im Frühjahr einen Tierkatalog über die Appenzeller Ziege. Dieser enthält eine Auflistung aller eingetragenen Tiere. Er dient den Züchtern als Orientierungshilfe für die Einstufung ihrer Tiere und die Planung der besten Paarungen sowie für den Handel mit ihren Tieren.
Im Jahre 2017 waren Appenzeller Ziegen aus 14 Kantonen im Herdebuch zu finden. Der Hauptteil lebt weiterhin in den Kantonen der Herkunftsregion der Ziegenrasse, das heisst in den Kantonen Appenzell Ausserrhoden, Appenzell Innerrhoden und St. Gallen. Erfreulicherweise sind Appenzeller Ziegen zunehmend auch in der Westschweiz anzutreffen. Der Bestand nach Kantonen gliedert sich wie folgt auf:

Kanton

St.Gallen

Ziegen

408 286 252 53 28 25 18

Böcke

23 20 30 3 5 1 1

Total

431

337

282

56

33

26

19

Kanton

Ziegen

14 7 4 4 4 4 1

Böcke

2 3 2 1 0 0 0

Total

16

10

6

5

4

4

1

Die steigenden Zahlen sind ein erfreuliches Zeichen. Sie lassen aber noch keine Entwarnung zu. Zur gesunden Entwicklung der wertvollen Ziegenrasse der Appenzeller Ziege ist die Fortführung der Fördermassnahmen unerlässlich. Der Schweizerische Ziegenzuchtverband führt verschiedene Projekte zur Förderung gefährderter Rassen durch, die vom Bundesamt für Landwirtschaft unterstützt werden (Aufzuchtprämien für Böcke, Teilnahme an Milchleistungsprüfungen, Zuchtfamilienbeurteilung, gezielte Paarungen, etc.). Für die Appenzellerziege hat der SZZV zudem mit der ProSpecieRara einen neuen Absatzmarkt für Ziegenprodukte reiner Appenzellerziegen erarbeitet. Nähere Angaben zu den Unterstützungsmassnahmen sind im Reglement zum Projekt "Erhalt und Förderung der Appenzeller Ziege" des SZZV zu finden.

Gesamtbestand der Appenzeller Ziegen

Die letzte Statistik des Gesamtbestandes der Appenzellerziegen, die auch die Nichtherdebuchtiere umfasst, datiert aus dem Jahre 1988. Wie bei der Herdebuchstatistik finden sich die Appenzellerziege vor allem in Appenzell AR (836), Appenzell IR (637) und St. Gallen (797) . Grössere Bestände sind auch in den Kantonen Graubünden (339), Zürich (295) und Thurgau (127) anzutreffen.
Die weiteren Tiere verteilten sich damals auf Bern (60), Luzern (32), Uri (5), Schwyz (13), Nidwalden (21), Glarus (57), Zug (8), Freiburg (6), Baselland (12), Aargau (27), Tessin (69), Wallis (63), Neuenburg (1), Genf (2), Jura (1). Dies ergibt einen Gesamtbestand von 3475. Im Jahre 1941 wurden noch 6683 Tiere gezählt (Quelle: Schweizerischer Ziegenzuchtverband).